Im Anfang war das Wort ...
Diesen Titel gab der Künstler Klaus Arnold diesem Fenster, das im
nördlichen Seitenschiff der Schlosskirche zu finden ist. Es ist eines der eindrücklichsten und farbigsten Fenster in der Schlosskirche und hat seinen Namen vom ersten Vers des Johannesevangeliums.
Mit seinen starken Blautönen schlägt es eine Brücke vom Johannesevangelium zur biblischen Schöpfungsgeschichte im ersten Mosebuch, wo es heißt:
„Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde…“
Geschaffen hat Gott das Leben durch sein Wort und dann heißt es einige Verse weiter bei Johannes: „Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns und wir sahen seine Herrlichkeit.“
Dieser lebendigen Herrlichkeit hat Klaus Arnold in seinem Fenster starken Ausdruck verliehen.
Ich sehe es heute mit großer Dankbarkeit, dass man beim Wiederaufbau der zerstörten Schlosskirche in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts den Mut hatte, die moderne Kunst in den Fenstern mit dem historischen Bau zu verbinden.
Die neuen Fenster, besonders das hier vorgestellte, geben dem Kirchenraum je nach Sonne und Lichtverhältnissen eine Lebendigkeit, die an die Schöpfung erinnert und fast nicht in Worte zu fassen ist.
Michael Muschner beschreibt seine „Wendepunkte“ als „Klangkompositionen aus dem Geist des Wortes.“ Auch hier ist das „Wort“ wieder da – das Wort, das mit seinem Geist Lebendiges schafft.
Die Klangkompositionen nehmen den Geist der ausgewählten biblischen Worte auf und machen ihn hörbar.
So korrespondieren in der Schlosskirche hörbare und sichtbare Worte miteinander und regen die Besucherinnen und Besucher an im licht- und tongefüllten Raum, über das Leben und seine vielen „Wendepunkte“ nachzudenken.
Diesem besonderen Erlebnis haben sich schon viele Menschen „ausgesetzt“ und fühlten sich angeregt die Kraft und den Geist der Worte neu zu hören.
Bruno Dörzbacher, Pfarrer an der Schlosskirche
